Bei Ihnen besteht der Verdacht auf eine Fettleber oder es wurde die Diagnose einer Fettleber gestellt?
Per Ultraschall ist es nur sehr begrenzt möglich, eine Aussage über den Schweregrad der Fettleber zu machen oder festzustellen, ob bereits eine fortgeschrittene Schädigung der Leber vorliegt. Zur weiteren Abklärung war es bisher notwendig, eine invasive und schmerzhafte Leberbiopsie (Gewebeprobeentnahme aus der Leber per Nadel) vorzunehmen, um das Ausmaß der Leberschädigung (Grad der Fibrose / Zirrhose) zu bestimmen.
Jetzt gibt es eine Alternative: die schmerzlose Elastographie (FibroScan®). Sie wird eingesetzt, um den Bindegewebsumbau der Leber (Fibrose- und Zirrhoseentwicklung) und das Ausmaß der Leberverfettung zu ermitteln. Dieses Verfahren hat sich etabliert und wird bisher nur von wenigen Spezialisten in Praxis und Klinik angeboten. Die Elastographie kann in hoher Übereinstimmung mit der Leberbiopsie den Bindegewebsumbau der Leber erkennen. Gleichzeitig kann mit diesem Verfahren der Erfolg einer Therapie (Medikamente, Gewichtsabnahme) geprüft werden.
Seit Dezember 2019 setzen auch wir diese Technik bei Menschen mit Diabetes ein. Wir sind damit eine der ersten Diabetesschwerpunktpraxen in Deutschland, die auf das wichtige Thema Diabetes und Leber eingeht und Ihnen spezielle Diagnostik anbietet.
Wie funktioniert die Untersuchung?
Das Gerät der Firma Echosens sendet spezielle Ultraschallwellen aus und misst dadurch die Verformbarkeit der Leber. Die Verformung (Elastizität) wird als Wert in Kilopascal (kPa) angegeben. Je stärker die Leber durch Bindegewebe umgebaut ist, desto geringer ist die Verformung und desto höher sind die gemessenen Werte. Eine gesunde Leber misst 3-4 kPa, eine Leberzirrhose ist bei > 12 kPa zu vermuten. Die Untersuchung ist schmerzfrei, gefahrlos und ohne Nebenwirkungen! Das Aussenden der Schallwelle entspricht einem leichten Klopfen an der Bauchdecke. Die Untersuchung kann jederzeit wiederholt werden und dauert meist nur 5-10 Minuten.
Wer sollte eine FibroScan® – Untersuchung durchführen lassen?
Alle Patienten mit chronischen Lebererkrankungen (Fettleber, NASH, NAFLD, Leberfibrose, Leberzirrhose, Hepatitis u.a.).
Bezahlen Krankenkassen die Untersuchung?
Das Untersuchungsverfahren ist relativ neu und es gibt noch keine Gebührenziffern bei der gesetzlichen Krankenkasse für die Untersuchungstechnik. Die meisten privaten Krankenkassen erstatten die Leistung. In unserer Praxis kostet die Untersuchung ca. 99 € pro Untersuchung. Dies schließt eine ausführliche Besprechung des Befundes ein. Zusätzlich ist ein „klassischer“ Ultraschall nötig, der von den Krankenkassen erstattet wird.